Als Young Professional Berater werden

Unternehmensberater wird man entweder direkt nach der Uni oder gar nicht? So mag es einmal geheißen haben, aber das ist sicher schon lange her! Ein großer Teil der Consulting Unternehmen stellt heute Berufserfahrene ein, die sich zuvor in einem anderen Industriezweig Expertise angeeignet haben.

Die Vorteile für die Unternehmen sind dabei vielseitig. Der wohl mit Abstand wichtigste Grund ist die Aufnahme von Fachexpertise. Da Unternehmensberater häufig nur mehrere Wochen oder Monate an einem Projekt und damit auch an einem spezifischen Thema arbeiten, haben sie in dieser Zeit auch nicht die Möglichkeit, so viel Expertenwissen in einem Thema aufzubauen, wie jemand, der viele Jahre in einem bestimmten Bereich gearbeitet hat.

Jedoch ist es in fast allen Bereichen des Consultings unabdingbar, dem Kunden einerseits auf Augenhöhe gegenüber zu treten, und andererseits auch mit einem entsprechenden Wissen und Knowhow Lösungsansätze zu entwickeln. Um diese Lücke zu schließen bietet es sich an, die Fachexpertise von außen zu holen.

Für Unternehmen lohnt sich in jedem Fall ein zweiter Blick auf einen Bewerber mit derlei Berufserfahrung, da sie sich durch ihn idealerweise regelmäßig frischen Wind ins Unternehmen holen und so eine gewisse Betriebsblindheit vermeiden können. Zwar ist es richtig, dass insbesondere die mittelgroßen und großen Beratungsunternehmen sich gerne ihren Nachwuchs selbst ausbilden. Viele fahren jedoch vor allem bei Fragen nach Nischenwissen zweigleisig.

 

Als Young Professional Berater werden heißt auch, die eigene Komfortzone zu verlassen!

Wer als Young Professional in die Beratung wechselt, kann mit vielen Vorteilen rechnen. Abwechslung und eine steilere Lernkurve stehen hier weit oben auf der Liste. Man arbeitet bei verschiedenen Kunden in verschiedenen Bereichen, sieht viel Neues und eignet sich auf teilweise nur wenige Wochen andauernden Projekten immer wieder neues Wissen an. Gerade durch die regelmäßig wechselnde Umgebung bieten sich natürlich auch viele Gelegenheiten, das eigene Netzwerk zu erweitern und gleichzeitig seiner Karriereplanung eine neue Richtung zu geben. Auch in Bezug auf das Gehalt kann sich ein Wechsel durchaus lohnen. Unsere 5 Gründe für den Einstieg in die Unternehmensberatung gelten für Absolventen und (Young) Professional gleichermaßen.

Als Young Professional Berater werden bedeutet in diesem Zusammenhang jedoch auch, seine eigene Komfortzone zu verlassen. Abwechslung und eine steile Lernkurve bringen unter anderem mit sich, dass man immer wieder mit bisher unbekannten Herausforderungen konfrontiert wird. Obwohl man dann das nötige Fachwissen mitbringt und in der Regel auch gemeinsam mit einem Team auf dem Projekt ist, kann man öfter mal an einen Punkt kommen, an dem man erst einmal nicht mehr weiter weiß. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an Berater. Auch regelmäßige Dienstreisen und lange Arbeitstage sind eher die Regel als die Ausnahme.

Wer als (Young) Professional eventuell schon Personalverantwortung hatte, wird sich als Berater sehr wahrscheinlich umstellen müssen. Während es ab Senior Consultant- oder Manager Level recht üblich ist, fachliche Führungsverantwortung auf einem Projekt zu übernehmen, bleibt die disziplinarische Führungsverantwortung eher aus. In manchen Beratungshäusern hat man sich teilweise oder sogar ganz davon verabschiedet und baut eher auf ein System aus fachlicher Führung und Coaching.

Die Anforderungen an Young Professionals unterscheiden sich nur wenig von den Anforderungen an Berufseinsteiger

Die Anforderungen an Young Professionals sind im Grunde genommen dieselben wie an Berufseinsteiger nach dem Studium. Es zählen neben Hardfacts auch Soft-Skills und die richtige Attitüde.

Tendenziell kann man jedoch sagen, dass mit steigender Berufserfahrung die Wichtigkeit der Abschlussnote eher sinkt. Dafür steigt natürlich die Relevanz der Fachexpertise. Je mehr man Experte auf einem der aktuellen Beratungsthemen ist, desto interessanter ist man auch für die Beratungsunternehmen. Wer als (Young) Professional als Berater quereinsteigen will, muss sich dabei in Hinblick auf das Fachwissen und die Erfahrung deutlich von Beratern mit gleicher Anzahl Jahren an Berufserfahrung unterscheiden.

Mit welchem Fachwissen genau man am besten punktet, hängt wiederum ganz vom jeweiligen Beratungsunternehmen und dessen Kunden ab.

Als Young Professional Berater werden

Nach dem Bewerbungsprozess und der Vertragsunterschrift steht dann der konkrete Einstieg an.  Damit man als Berater schnell „up to speed“ kommt, benötigt man neben seinem Fachwissen natürlich noch das übliche Handwerkszeug für Consultants. Um dieses möglichst schnell zu erlangen, erhält man von seinem neuen Arbeitgeber in der Regel verschiedene Trainings und Coachings. Oft wird einem auch ein erfahrener Kollege als Mentor zur Seite gestellt.

 

Als Young Professional Berater werden bedeutet abwechslungsreichen und vielseitigen Aufgaben gegenüber zu stehen. Man kann sein bereits erlerntes Expertenwissen einsetzen und zusätzlich tagtäglich Neues dazu lernen. Es bedeutet jedoch auch, sich im Vergleich zu dem bisher gewohnten Arbeitsalltag umstellen zu müssen. Wer die Herausforderung sucht, ist im Consulting gut aufgehoben.

 

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